
Parodontologie
Zigarettenkonsum lässt auf Dauer die Zähne wackeln. Darauf haben Zahnärzte bei einem Kongress der Zahnärztekammer Nordrhein in Düsseldorf hingewiesen. Wer täglich bis zu zehn Zigaretten rauche, habe nach jüngsten Forschungen im Durchschnitt ein dreifach erhöhtes Parodontose-Risiko, sagte Prof. Michael Noack vom Zentrum für Zahnheilkunde der Universität Köln.
Frühwarnzeichen bleiben aus
Das zerstörte Immunsystem der Mundhöhle bedinge tiefere »Taschen« im Zahnfleisch, einen stärkeren Abbau des Kieferknochens und erheblich schlechtere Heilungschancen, warnte Noack. Anders als bei Nichtrauchern blieben bei Rauchern Frühwarnzeichen auf Parodontose wie Blutungen des Zahnfleischs und Schmerzen aus. Darüber hinaus steige die Gefahr, an Mundhöhlenkrebs zu erkranken, bei Rauchern auf bis das Vierfache im Vergleich zu Nichtrauchern. Bei gleichzeitigem Alkoholkonsum liege dieses Risiko sogar beim bis zu Fünfzehnfachen, sagten die Zahnärzte.
Raucher wissen nicht Bescheid
Nach den Vorstellungen der Zahnärztekammer sollte in den Zahnarztpraxen nach erfolgreichem US-Vorbild eine Raucherberatung eingeführt werden. Bisher wisse fast kein Patient, dass er vom Rauchen Zahnschmerzen bekommen, seine Zähne verlieren oder gar unheilbar in der Mundhöhle erkranken könne. Auch aus der Sicht des Zahnarztes sei es besonders sinnvoll, das Rauchen aufzugeben, denn bereits nach wenigen Monaten sei die Heilungsprognose ehemaliger Raucher identisch mit der von Nichtrauchern.